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Sierra Leone
29.03.2010 - 11:41

Sierra Leone
Westafrika

Sierra Leone ist eine Republik in Westafrika. Sie grenzt an Guinea, Liberia und den Atlantik. Die ehemalige britische Kolonie belegt seit Jahren den letzten Platz auf der Liste des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. Nach einem Jahrzehnt blutigen Bürgerkriegs ist das Land nun mit seinem Wiederaufbau und der Aufarbeitung seiner jüngeren Geschichte beschäftigt.



Wahlspruch: Unity, Freedom, Justice - Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit // Amtssprache: Englisch // Hauptstadt: Freetown // Währung: Leone // Fläche: 71.740 km2 // Einwohnerzahl: 6 Millionen // Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner/km2






Bevölkerung:

Die Bevölkerung setzt sich aus vielen verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen. 70% der Einwohner sind sunnitische Muslime, 20% sind Christen und ein Teil ist Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen. Neben dem Englischen werden verschiedene andere Sprachen gesprochen: die temnische Sprache, Krio oder Mende.


Soziale Lage:

Sierra Leone zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Etwa 70% der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 42,6 Jahren. Fast jedes dritte Kind erlebt nicht einmal seinen fünften Geburtstag. Viele Kinder sind chronisch mangelernährt und daher besonders anfällig für Infektionskrankheiten wie Malaria. Die Kinderarbeit ist mit 48% aller Kinder zwischen 4 und 15 Jahren extrem hoch. Eine allgemeine Schulpflicht wird angestrebt, doch noch gibt es zu wenig Schulen und Lehrer. Etwas 64% der Einwohner sind Analphabeten.


Politische Lage:

Nach fast 100 Jahren als britische Kolonie ist Sierra Leone seit 1961 unabhängig. Die sich anschließende instabile soziale, politische und wirtschaftliche Lage mündete 1991 in einen Bürgerkrieg. Dieser entwickelte sich über zehn Jahre hinweg zu einem der brutalsten Kriege in Afrika, der das ganze Land traumatisierte. Seit 2002 ist Sierra Leone eine demokratische Republik mit einem räsidialen System - ähnlich wie in Frankreich und den USA. Zur Aufarbeitung der Kriegsverbrechen wurde in Freetown ein Sondergericht installiert. Die politische Lage ist heute weitgehend stabil. Von den Folgen des Bürgerkrieges hat sich das Land jedoch noch nicht erholt: es gehört zu den ärmsten und rückständigsten Ländern der Welt.


Weitere Infos:

Das Klima ist tropisch-feucht mit Niederschlägen bis zu 5000 mm pro Jahr (Deutschland Ø 798 mm/Jahr). Die Regenzeit beginnt Mitte Mai, die Trockenzeit Mitte Oktober.
Die Landwirtschaft ist für den überwiegenden Teil der Bevölkerung die Existenzgrundlage, allerdings werden nur 6% der Fläche genutzt. Hauptsächlich wird Reis, Hirse und Maniok produziert. Kaffee, Palmkerne und Kakao sind für den Export bestimmt. Der Fischfang dient vorwiegend dem Eigenbedarf.
Das Land ist reich an mineralischen Rohstoffen. Während des Bürgerkriegswurde fast die gesamte Diamantenproduktion illegal aus dem Land geschmuggelt, inzwischen sind etwa 98% legal. Auch Rutil und Gold werden wieder verstärkt exportiert, ein neues Ölfeld wurde 2009 vor der Küste entdeckt.





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