Vereinsgeschichte

Geschichte der Entstehung und Gründung unseres Vereins

Liebe WaMaGriSo Besucher,

bei einer Rundreise in Sierra Leone lernte ich den Bürgermeister des Dorfes „Mambo“ kennen, Herrn Augustine B.S. Conteh. Er arbeitet am Guma Damm, einem natürlichen Wasserreservat, welches die Hauptstadt Freetown mit Wasser versorgt. Er fragte mich, ob ich für ihn einen Sponsoren in Deutschland ausfindig machen könne, der ihn dabei unterstützt, eine Schule und eine Krankenstation für sein Dorf zu bauen. Er weckte mein Interesse, und ich nahm seine Einladung an, sein Dorf zu besuchen. Nach langer Überlegung gab ich Ihm die Zusage, eine Schule für sein Dorf zu bauen.


Es war Frühjahr 2008. Von meiner Urlaubsreise aus Sierra Leone nach Deutschland zurückgekehrt, erkundigte ich mich dann, welche Voraussetzungen für die Gründung eines gemeinnützigen Vereins erfüllt werden müssen. Neben der Errichtung einer Schule setzte ich mir zum Ziel, auch eine Krankenstation für das Dorf „Mambo“ zu ermöglichen. Die medizinische Versorgung in Mambo und Umgebung ist sehr schlecht und eine Krankenstation ein immenser Zugewinn für alle Dorfbewohner und Nachbargemeinden. Ende September 2008 besuchte ich dann erneut Sierra Leone und das Dorf „Mambo“, dieses Mal allerdings um mein Versprechen „Errichtung einer Schule“ konkret mit dem Bürgermeister Herrn Conteh zu besprechen.

Zusammen mit meinen deutschen Gästen besichtigten wir die Stelle, an der die Schule einmal stehen sollte. Den Platz für die Schule stellte selbstverständlich die Gemeinde „Mambo“. Mit dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ spendete ich das Baumaterial, das für die Errichtung der Schule benötigt wurde, die Dorfbewohner spendeten ihre Arbeitskraft.





Als ich Ende Oktober 2008 Sierra Leone verließ, waren die ersten Blocks für das Fundament schon fertig. Nicht nur Bürgermeister Herr Conteh sondern auch Pastor Edmund Sawyer und Herr John M. Sesay sollten in meiner Abwesenheit das Projekt überwachen. Natürlich war ich sehr gespannt, wie weit die Arbeiten während meiner Abwesenheit bis Februar 2009 vorangeschritten waren. Unser gemeinsames Ziel war es, die Schule bereits für das neue Schuljahr 09/10 zu eröffnen.

Meine Stimmung war fast auf dem Nullpunkt, als ich bei meiner Rückkehr nach Mambo sah, dass nicht einmal das Fundament fertig gestellt war. Dafür freuten sich die Kinder um so mehr, dass sie eine Schule bekommen sollten. Sie waren sofort für ein Gruppenbild bereit. Nach vielen Diskussionen und Gesprächen, welche die Probleme lösen sollten, die sich während meiner Abwesenheit ergeben hatten, ging es letztlich dann doch endlich vorwärts mit dem Bau der Schule. Das Fundament wurde fertiggestellt und parallel wurden die Blocks für die Mauern gefertigt.



In mühevoller Handarbeit wurde Sand, Zement und Wasser so miteinander vermischt, dass die Masse weder zu fest, noch zu wässrig wurde. Anschließend wurde die Mischung in eine Form geschaufelt und dann mit einer Holzlatte fest gestampft und gestürzt. Nach ein bis zwei Tagen wurden die Blocks nochmals kurz bewässert und für ca. acht Tage in der Sonne getrocknet.

Es war die letzte Woche des Monats März 2009 angebrochen, als endlich mit dem Maurerarbeiten begonnen wurde. Natürlich hatte ich immer meine Bedenken, ob die Schule auch zum neuen Schuljahr fertig gestellt sein wird. Ich wusste ja auch, dass die Regensaison Mitte/Ende Juni los gehen würde und damit die Bauarbeiten durch den Regen weiter verzögert werden konnten.



Bauleiter Cristo startet mit dem Mauern und nach vier Tagen sah man bereits die Grundzüge eines Schulgebäudes. Meine Zeit in Sierra Leone ging langsam zu Ende und ich musste wieder zurück nach Deutschland fliegen. Die Hoffnung, dass der gewünschte Eröffnungstermin doch noch eingehalten werden konnte, wuchs wieder. Ich wünschte allen viel Glück und gab das Versprechen, Ende August wieder nach Mambo zu kommen. Schließlich wollte ich ja auch nicht die Eröffnungsfeier für die Schule verpassen. In Deutschland hatte ich allerdings mit den Anmeldeformalitäten des Vereines einiges zu tun. Hierfür gibt es eine Menge zu beachten, und letztlich konnte ich auch die Vereinsgründung nach vielen Bemühungen Anfang Juli 2009 erfolgreich abschließen.[/BLOCK]



Nun galt es, meine Bemühungen auf das dringend benötigte Schulmobiliar zu konzentrieren. Die Herausforderung lag darin, in relativ kurzer Zeit eine Schule zu finden, die bereit war, altes Schulmobiliar für unseren Zweck zu spenden. Wir befanden uns bereits in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien in Baden – Württemberg. Die rettende Idee kam dann von Vereins-Mitgründerin Sonja Grimm. Ihr Vorschlag sah vor, ihren Sohn, der Lehrer an der „Lichtentaler“ Hauptschule ist, nach dem Schulmobiliar zu fragen. Die Schulleitung willigte ohne bürokratische Hindernisse ein und in kürzester Zeit stellte sie uns Schultafeln und Stühle zur Verfügung. Ich selbst wendete mich an die Schulleitung der Hauptschule meines Wohnortes Lonsee. Auch hier war das Interesse und die Hilfsbereitschaft enorm. Unser Bürgermeister Herr Ogger spendete Stühle und Tische. Der Container, der die wichtigen Hilfsmittel nach Mambo bringen sollte, war auf das 2. Augustwochenende bestellt. Schließlich musste dieser auch zur geplanten Zeit ( 9. Sept.) in Sierra Leone ankommen.
In der letzten Augustwoche flog ich wieder nach Sierra Leone zurück. Ich wollte genug Zeit vor der Ankunft des Containers in Sierra Leone haben und selbstverständlich war ich auch gespannt, wie weit der Bau der Schule fortgeschritten war.



Bei meiner Ankunft in Mambo wurde ich dann doch überrascht. Das Schulgebäude war zwar fertig gestellt, allerdings es gab doch noch einiges bis zur Eröffnung zu tun. Am 14. September sollte der Schulbetrieb beginnen und die Einweihungsfeier sollte am 18. September stattfinden.
Nach anstrengenden drei Wochen waren die meisten Arbeiten erledigt. Mit nur zwei Wochen Verspätung konnten wir endlich die lang ersehnte Eröffnung der Schule feiern. Der Minister für Schulbildung, der Landrat und sogar ein Vertreter des Präsidenten von Sierra Leone waren zur Eröffnungsfeier anwesend. Alle Anwesenden waren vollauf begeistert von der neuen Schule in Mambo.Der Schulbetrieb konnte dann schon am darauf folgenden Montag beginnen. Ziel von WaMaGriSo e.V. ist es, dem Dorf Mambo nicht nur ein schönes Schulgebäude zu übergeben, sondern vor allem eine Schule, in der die Kinder der ärmsten Familien eine gute Schulbildung auf dem Niveau einer privaten internationalen Schule erhalten können.
Hoch qualifizierte Lehrer, kleine Klassen (nicht mehr als 25 Schüler in einer Klasse) und das niedrige Schulgeld in Höhe von 3,– Euro im Jahr sollen den Kindern der ärmeren Familien die Basis für eine vielversprechende Zukunft ermöglichen. Unsere Lehrer gehen mit viel Freude und hoher Motivation an ihre Arbeit



Vergleich zu staatlich geführten Schulen

In den staatlichen Schulen sind die Klassen mit 50 bis 100 Kindern besetzt. Die Lehrer selbst haben keine gute Ausbildung, das Schulgeld liegt bei 15,– bis 20,– Euro im Jahr. An den privat geführten Schulen sind die Klassen generell zwar etwas kleiner, jedoch sind die Lehrer nicht besonders motiviert, da ihre Bezahlung nicht immer garantiert ist. Bei einem Eignungstest unserer Schüler konnten wir die Auswirkungen erfahren. Kinder, die bereits in der zweiten oder sogar dritten Klasse waren, konnten weder lesen noch schreiben. Damit war für WaMaGriSo e.V. die nächste Herausforderung ersichtlich. Die Kinder brauchen einen guten Grundstein für die Schule . Und dieser wird mit dem Kindergarten gelegt. Der Plan für das Kindergartengebäude ist bereits fertig und die Arbeiten schon im Gange.





Herzliche Grüße,
eure Maria Walz



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