Besucherbericht Vera Haseloff

Nach jahrelangen intensiven Diskussionen – und stundenlangen Planungen konnte ich 2011 unsere Schule in Mambo, Sierra  Leone besuchen. September 2011  waren Maria und ich startbereit. Ich habe in der kurzen Zeit viele Eindrücke von der Schule und den Behörden gewinnen können.
Die Schule selbst wird gut geleitet und geführt. Die Lehrer sind engagiert und freundlich. Was ich aber vermisste waren die außerschulischen Aktivitäten. Ich hoffe, dass wir diesen Mangel nach der Anerkennung der Schule seitens der Regierung beheben können. Wir werden dann in der Lage sein mehr Lehrer für diesen wichtigen Teil des Unterrichts einzustellen und die Kinder speziell in Kunst, Tanz und Musik zu fördern.
 
Der Kindergarten ist optimal eingerichtet und die Kinder sind leicht zu begeistern. Die Kinder haben genug Spielzeug  und Lernmaterialen. Zurzeit haben wir 33 Kinder im Kindergarten, die von 2 Kindergärtnern betreut werden. Wünschenswert wären mehr Lehrkräfte. Somit wären die Kinder besser gefördert und vorbereitet für die Schule.


 
Gleich am nächsten Tag nach unserer Ankunft haben wir das "Ministry of Land" besucht – um endlich die offiziellen Papiere für das Land, das wir vom Bürgermeister bekommen haben, zu registrieren. Es war sehr kompliziert und frustrierend. Manchmal haben wir den ganzen Tag im Ministerium verbracht um am Ende des Tages unverrichteter Dinge nach Hause geschickt zu werden. Trotz der vielen Enttäuschungen sind wir immer wieder zum Ministerium gefahren. Zum Ausruhen gab es keine Zeit. Unsere Hartnäckigkeit wurde dann irgendwann auch belohnt– nach tagelangen Anstrengungen haben wir nun das Land  für 23 Jahre geleased. Hierfür müssen wir pro Jahr ein geringfügigen Betrag an das Ministerium für Land bezahlen. Somit konnten wir diese wichtige Angelegenheit erledigen.

Als nächstes hatten wir dann ausführliche Diskussionen mit dem Deputy Bildungsminister Dr. Jah. Er hatte ein offenes Ohr für unser Anliegen und erstattete unserer Schule einen Besuch. Die Lehrer waren angespannt und die Schüler aufgeregt. Voller Freude haben sie den Deputy Minister empfangen. Er besuchte jede Klasse und unterhielt sich mit den Kindern. Die kleinen Klassen - nur 26 Kinder pro Klasse -  hat ihn überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Denn nur in solch kleinen Klassen ist eine individuelle Betreuung möglich. Die Kinder kommen aus armen Familien und bekommen von zu Hause aus keinerlei Unterstützung. Der Deputy Minister war begeistert und sicherte uns seine volle Unterstützung zu. Es hat uns traurig gestimmt, dass einige Mitglieder der Dorfgemeinschaft seinen  Besuch mit Protest und Unfreundlichkeit begegneten. Nichtsdestotrotz, waren wir mit dem Besuch vom Minister sehr zufrieden.


 
Als nächstes bekamen wir Besuch vom Fernsehen. Die Reporterin hat Maria und mich interviewt. Die Reporterin war vom Kindergarten begeistert. Ich hatte mit den Kindern ein paar Lieder geübt und voller Freude haben die Kinder diese Lieder vorgesungen und vorgetanzt - hierzu werden wir einen Clip auf Youtube stellen.
 


Allzu schnell ging mein Besuch zu Ende. Gefüllt mit täglichen Behördengängen hatten wir fast keine Zeit für das Land und die Leute – was ich sehr bedauere. Voller Zufriedenheit und Stolz bin ich zurück nach Deutschland geflogen. Ich bin davon überzeugt, dass die Schule eine Einrichtung ist, die zum Bildungswesen im Land Sierra  Leone einen wertvollen Beitrag leistet. Vor allem, weil Kinder aus den armen Familien eine Ausbildung erhalten, die man mit den teuren Privatschulen des Landes nahezu vergleichen kann.


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