Besucherbericht - Steffi & Stephan aus München - November 2011

Über einen Arbeitskollegen haben wir von Maria und WaMa GriSo erfahren. Wir waren uns sofort einig und haben Maria kontaktiert und kurz danach eine herzliche Einladung nach Sierra Leone erhalten.

Nach allen Vorbereitungen wie Visum, Impfungen, Mückenschutz, etc. ging‘s im November endlich los.
Ab in den Flieger: München, Brüssel, Banjul, Lungi. Die Aufregung steigt, Freetown kommt näher. Ankunft voller Aufregung am Flughafen. Die Flugzeugtür öffnet sich und ein Schwall heißer, feuchter Luft kommt uns entgegen, raus aus dem Flieger und ab durch die „Passkontrolle“. „Steffi und Stephan?“ spricht uns eine fremde Person an. Das muss wohl John sein. Mit Maria und John ging es mit dem Auto zur Fähre nach Freetown, noch schnell durchs Autofenster ein paar Orangen gekauft, lecker, am Straßenrand noch ein paar Brötchen eingekauft und dann ab in die Unterkunft. Nach dem Abendessen ab unters Moskitonetz und erschöpft, aber überglücklich in Sierra Leone zu sein, schlummern wir ganz schnell ein. Die ersten Eindrücke sind echt überwältigend!



Wir fühlen uns von Anfang an sehr wohl und willkommen in Sierra Leone. Maria und John sind zwei großartige Menschen, die uns eine Menge von Land und Leuten zeigen. Strände, Städte, Urwald, Naturvölker, Kultur, Menschen, Schule und vieles mehr. Wir waren so froh, all das kennenlernen zu dürfen.

Aber am meisten gespannt waren wir natürlich auf das Projekt WaMaGriSo, die Lehrer, die Schüler und die Schule. Dann war es endlich soweit. Mit dem Poda Poda (Kleinbus) und dem Okada (Mofa) ging es über Stock und Stein an den Rand des Dschungels zur einzigen Schule in Mambo. „Opoto! Opoto!“, „Weißer Mann!“ waren die ersten Worte der Schüler, die uns entgegen liefen und uns direkt in die Arme schlossen und ständig an unserer Haut kratzten, um zu sehen, ob da was schwarzes drunter ist. Sie wollten uns gar nicht mehr los lassen und wir haben uns sofort in alle verliebt. Es ist total schön, so willkommen geheißen zu werden. Die Menschen in Sierra Leone sind absolut nett, herzlich und offen, wobei es natürlich auch einige gibt, die einen misstrauisch und mit einigen Fragezeichen von der Seite ankucken.
Im Vergleich zu anderen Schulen in Sierra Leone ist die WaMaGriSo Schule sehr gut ausgestattet. Wir waren überrascht, mit wie viel Freude und Begeisterung die Schüler am Unterricht teilnahmen. Man merkt, dass die Schüler in Deutschland in die Schule gehen MÜSSEN und es in Sierra Leone ein Geschenk für die Kinder ist, in die Schule gehen zu DÜRFEN. Die Arbeit der Lehrer hat uns sehr beeindruckt. Man hat gemerkt, dass die Lehrer wirklich etwas verändern wollen und ihnen die Bildung der Kinder sehr am Herzen liegt. Überrascht waren wir darüber, dass neben Mathe, Science, Physical and Health Education, Social Studies, Language Arts, etc. sogar Französisch auf dem Stundenplan steht.



Ein Lehrer hat uns gefragt, ob es in Deutschland auch Schuluniformen gibt. „Nein“. „Woher wisst ihr dann welches ein Schulkind ist und welches nicht?“ Er war sehr beeindruckt als wir ihm erklärten, dass es bei uns so etwas wie eine Schulpflicht gibt, das auch noch "kostenlos" und jeder ein Recht auf Bildung hat. Wir verstehen immer mehr, dass das Problem der Armut in Afrika an den Wurzeln angepackt werden muss: nämlich die Bildung der Kinder. Wir lernten aber auch, dass es sich nur wenige Familien leisten können ihr Kind auf eine Schule zu schicken oder die Eltern den Sinn darin nicht erkennen, da sie selbst nie eine besuchten.



Viele Menschen haben den Traum eine Schule in Schwarzafrika zu besuchen. Unser Traum ist wahr geworden. Wir glauben, erst nach so einer Reise weiß man, was man in Deutschland alles hat und wie gut es uns geht. Vieles ist selbstverständlich für uns. Wir werden uns sicher nicht mehr so schnell über irgendwelche Kleinigkeiten wie einen Stromausfall oder ähnliches aufregen. Wir hoffen, dass Maria in Zukunft viel Unterstützung bekommen wird, um den Kindern weiterhin helfen zu können. Es ist unglaublich, zu sehen, was ein gespendetes Tshirt aus Deutschland für Freude bereiten kann und wie dankbar die Kinder über ein kleines Bonbon sind.

Danke John, danke Afrika, danke Lehrer, danke Schüler. Und vor allem: Danke Mama Afrika, unsere Maria, dass Du uns diese wundervolle Erfahrung ermöglicht hast!!!

Eure/r Steffi und Stephan

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