Besuchsbericht von Sonja Grimm

Wamagriso – unser Verein für die Kinder in Mambo, Sierra Leone. Bisher habe ich alles nur von Deutschland aus mitbekommen. Den Bau der Schule und alle damit verbundenen Arbeiten und Schwierigkeiten. Endlich war es nun soweit – am 01.11.2010 sitze ich also im Flieger von Frankfurt nach Freetown und bin sehr gespannt, was mich nun erwartet. Gleich am ersten Tag fahren wir mit einem Buschtaxi nach Ogoofarm – den restlichen Weg gehen wir zu Fuß nach Mambo und es ist wahnsinnig heiß. Was wir unterwegs zu sehen bekommen an Armut und Lebensverhältnissen, hätte ich so nicht erwartet. Genau deshalb bin ich jetzt auch so froh, dass wir die Schule hier in diesem Land gebaut haben. Schon von weitem kann ich die beiden Schulgebäude sehen.

Mit mir ist auch Herr Dr. Ilg angekommen, der die Solartechnik auf dem Dach der Schule installieren will, damit im Gebäude endlich Strom zur Verfügung steht. Die Materialbeschaffung ist nicht so ganz einfach, aber als nach einigen Tagen Abends die Lichter brennen, ist ganz Mambo auf den Beinen. Licht ohne Leitung und Aggregat – das ist für die Bewohner fast ein Wunder und wir freuen uns natürlich auch sehr darüber.

Während meines Aufenthaltes haben wir auch Kleider und Spielsachen sortiert, die im Container mit nach Mambo gekommen sind. Es war die größte Freude, die Spielsachen in den Kindergarten zu bringen. Soviel glückliche Kinderaugen auf einmal habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Viele Spiele kennen die Kinder natürlich überhaupt nicht, und so ist die Freude alles auszuprobieren umso größer. Wenn man bedenkt, wie voll die Kinderzimmer bei uns in Deutschland sind, und trotzdem ist es unseren Kindern manchmal langweilig. In dem Container waren auch einige Sachspenden für die Schulkinder, die wir dem Direktor übergeben haben. Er wird die Stifte, Hefte, Lineale, Pausenspiele usw. dann nach Bedarf verteilen.

Zu dem Empfang, den mir die Schüler und Lehrer bereitet haben, sind auch Eltern und Dorfbewohner gekommen. Sogar das Landesfernsehen war da, um von dem Besuch aus Deutschland zu berichten. Der Erste-Hilfe-Kasten den ich aus Deutschland für die Schule mitgebracht habe, wurde mit viel Dankbarkeit entgegengenommen. Die Schulkinder machten alle einen glücklichen Eindruck – sie haben die Möglichkeit etwas zu lernen, was eben in Afrika nicht für jeden so selbstverständlich ist. So lernen Sie z.B. neben lesen, schreiben und rechnen auch etwas über Hygiene, was sehr hilfreich sein kann, wenn man bedenkt, dass die nächste Krankenstation weit entfernt ist. Man hat ja nicht wie bei uns ein Auto und fährt mal eben die paar Kilometer und lässt sich behandeln.

Im Laufe dieser zwei Wochen habe ich soviel arme, aber stets freundliche Menschen gesehen und kennen gelernt. Ich bin glücklich, dass ich hier in Deutschland die Arbeit, die Maria Walz und John Seasy in Sierra Leone leisten, etwas unterstützen kann. Sie verdienen meine Anerkennung und ich hoffe, dass noch viel Unterstützung von neuen Vereinsmitgliedern dazukommen wird.

Sonja Grimm - November 2010


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