Südwest Presse über WaMaGriso

Eine Schule für Mambo



Lonseerin Maria Walz finanziert Projekt in Sierra Leone aus eigener Tasche
Sierra Leone, das Dorf Mambo mit rund 250 Einwohnern. Es hat jetzt eine eigene Schule, finanziert von der Lonseerin Maria Walz. Sie hat den Bau mit ihrem Verein " Wama Griso" aus eigener Tasche finanziert.


Maria Walz (Bild oben) erklärt, wie der Bau der Schule ablaufen soll. Im Bild unten die fast fertige Schule, die im September eingeweiht wurde. Privafotos Lonsee Die Zeit, bis sie wieder nach Sierra Leone aufbricht, nutzt Maria Walz, um aufzutanken. Sie hat anstrengende Monate hinter sich. Den Bau der Schule für das kleine Dorf Mambo auf den Weg bringen, die Arbeiten überwachen, Behörden aufsuchen, um eine Betriebserlaubnis für die Schule zu erhalten. Im September war Einweihung. Seitdem können 75 Kinder aus dem kleinen afrikanischen Land für wenig Geld etwas lernen. Doch Maria Walz Elan ist damit noch nicht erschöpft. Sie plant schon den Bau weiterer Gebäude - für die Schule, eine weiterführende Schule und eine Krankenstation.

Dass der kleine Ort Mambo mit seinen gerade mal 250 Einwohnern jetzt über eine Schule verfügt, ist purer Zufall. Walz, die sich seit Jahren in Indien und Südamerika sozial engagiert, hatte eigentlich vorgehabt, dort etwas für die Ärmsten der Armen zu tun. Doch dann entdeckte sie Afrika. Zuerst bei einem Urlaub in Gambia, später dann flog sie nach Sierra Leone. Und dieses Land zog die heute 55-jährige Lonseerin in den Bann. "Wunderschöne Strände, viel Grün", schwärmt sie. 2006 blieb sie zehn Tage, flog kurz darauf wieder hin. Auch 2007 war Sierra Leone ihr Urlaubsziel. Bei einem weiteren Urlaub fasste sich der Stammesobere des Dorfes Mambo ein Herz: "Er fragte mich, ob ich für seine Gemeinschaft nicht eine Schule und ein Krankenhaus bauen wolle", erzählt Walz. Sie überlegte nicht lange, sie wollte etwas für die Menschen dort tun. "Aber das Krankenhaus war mir doch etwas zu viel", sagt sie. Sie entschloss sich, die Schule zu bauen. Als Mithelfer fand sie den Pastor Edmund und den heutigen Projektmanager John M. Sesay. Ein Planer war auch bald gefunden, doch als es mit diesem mehr Ärger als Fortschritt gab, wurde der Mann ersetzt. Im Februar dieses Jahres wurde schließlich das Fundament gelegt, nachdem die Steine für das solide Gebäude gebrannt worden waren. Mit dem neuen Planer ging es fix voran, was auch notwendig war. Schließlich sollte die Schule im September fertig sein. Im August war es dann soweit, das Gebäude stand.

Jetzt galt es, noch Möbel, Lehrmaterial und Schuluniformen zu besorgen. Und geeignete Lehrkräfte. Dank einer Lehrerin bekam Maria Walz "vier hervorragende Lehrer". 120 Schülerinnen und Schüler bewarben sich, letztendlich gingen zum Schuljahresbeginn 75 Kinder zum Unterricht. Doch zuvor gab es noch nervenaufreibende Momente zu überstehen. Die Mitbegründerin des Vereins Wama Griso (Walz Maria und Grimm Sonja) hatte einen Teil des Mobiliars organisiert, der große Rest kam von der Gemeinde Lonsee. "Als ich Bürgermeister Jochen Ogger um Hilfe fragte, hat er sofort Ja gesagt." Alles wurde in einen Container verpackt, der am 9. September in Sierra Leone eintraf, wie sich Walz erinnert. Doch dann dauerte es bis zwei Tage vor der Eröffnung, bis sie ihn auch frei bekam. Auf dem Transport zur Schule hatte der Lkw eine Panne, um 5 Uhr am Tag der Einweihung landete er endlich am Ziel.

Die Kinder, so stellten die Lehrer schnell fest, hatten zwar zum Teil schon eine Schule besucht. Doch weil das Bildungssystem nicht sonderlich gut ist, gab "es Kinder in der dritten Klasse, die nicht lesen und schreiben konnten", sagt Walz. Alle 75 wurden deshalb in ersten Klassen zusammengefasst, nach und nach die aussortiert, die besser waren. Zudem gibt es einen Kindergarten in dem Gebäude, in dem Kinder ab drei Jahren aus Mambo und der Umgebung betreut werden.

Doch damit soll nicht Schluss sein. Ein zweites Schulgebäude ist in Planung, ein drittes wird es auch noch geben. Weil es sich herumgesprochen hat, dass die Kinder für drei Euro Schulgeld im Jahr eine hervorragende Schulbildung bekommen. Und ein Gebäude für eine weiterführende Schule wird dann folgen. Eines hat Maria Walz auch nicht vergessen. Das Krankenhaus. Es wird zwar "nur" eine Station, aber damit wäre die medizinische Versorgung schon deutlich verbessert. Schließlich wird sie sich auch an der Vergrößerung des Damms beteiligen, mit dem das Dorf die Wasserversorgung verbessern will. Und ein weiteres Problem wird bei ihrem nächsten Besuch angegangen. Ihre Schule verfügt nämlich über die einzigen Toiletten im Dorf - und die sind bislang nur für die Lehrer gedacht. Bei ihrer Rückkehr will sie Toiletten auch für die Schüler bauen lassen.

Dafür muss sie natürlich viel Zeit in Sierra Leone verbringen. Etwa ein halbes Jahr lebt sie dort, das andere halbe Jahr in Lonsee. Gefragt, wo sie sich denn zu Hause fühle, wo ihre Heimat sei, antwortet Maria Walz ganz spontan: "Dort, wo ich gerade lebe und mich wohlfühle. Dort ist meine Heimat."

Um in Lonsee bekannt zu machen, was sie und der Verein Wama Griso wollen, wird Maria Walz am Samstag im katholischen Gemeindehaus Lonsee ab 18 Uhr informieren. Den Saal bekam sie vom katholischen Missionsausschuss kostenlos zur Verfügung gestellt.



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